Freitag, 22. Februar 2019

US-Wahlen Venezolanisches Komplott?

Seit den umstrittenen Präsidentschaftswahlen im Jahr 2000 stehen die Wahlmaschinen in den USA im Kreuzfeuer der Kritik. Sie gelten als fehleranfällig und manipulierbar. Nun werden einer Herstellerfirma mysteriöse Verbindungen nach Venezuela vorgeworfen.

New York - Das US-Unternehmen Sequoia wirbt mit einem Ausspruch Winston Churchills: "Niemand tut so, als sei die Demokratie perfekt." Perfekt dagegen, so behauptet die Firma aus Kalifornien, seien ihre eigenen Demokratieprodukte - elektronische Wahlmaschinen, mit denen inzwischen in 20 Bundesstaaten Stimmen gezählt werden. Die Computer seien "akkurat, verlässlich und fair".

Nicht alle sind dieser Ansicht. Seit der umstrittenen Präsidentschaftswahl von 2000 steht die Wahlmaschinenbranche, als deren Marktführer sich Sequoia gibt, im Kreuzfeuer: Ihre Apparate seien vielmehr defekt, unzuverlässig und manipulierbar - Vorwürfe, die sich seither immer wieder bestätigt haben. Jetzt kommt ein neuer Verdacht hinzu, und im Mittelpunkt steht ausgerechnet Sequoia: Wahlbetrug durch ein sozialistisches Komplott aus Lateinamerika.

Aufgestellt wurde diese atemberaubende These erstmals, als Sequoia im März 2005 von Smartmatic übernommen wurde, einer Softwarefirma aus Florida. Mehrheitseigner von Smartmatic sind drei Venezolaner: CEO Antonio Mugica (78,8 Prozent), Finanzchef Alfredo Anzola (3,9 Prozent) und Vizepräsident Roger Piñate (8,5 Prozent).

Das nährte schon damals Gerüchte über eine Connection zu Venezuelas linkem Präsidenten Hugo Chávez, der George W. Bush neulich den "Teufel" nannte: Chávez versuche via Sequoia die US-Wahlen zu manipulieren. Und schon damals wies Sequoia diese Berichte als "törichte Verschwörungstheorien" zurück.

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