Sonntag, 20. Januar 2019

VDSL Telekom muss Netz öffnen

Die Deutsche Telekom muss nach einer Entscheidung der Bundesnetzagentur ihr Hochgeschwindigkeitsnetz VDSL für Wettbewerber öffnen. Damit bestätigt die Regulierungsbehörde die Ansicht der EU-Kommission. Die Preise für Endkunden werden nun voraussichtlich sinken.

Bonn – Die Bundesnetzagentur erließ am Mittwoch eine Regulierungsverfügung, wonach die Deutsche Telekom Börsen-Chart zeigen seinen Konkurrenten den sogenannten Bitstrom-Zugang auch für die neue VDSL-Infrastruktur gewähren muss.

Keine Ausnahme: Telekom muss ihr Netz öffnen
Die Behörde hält eine Ausnahme von der Regulierung nur dann für möglich, wenn der Ex-Monopolist über das VDSL-Netz neue Produkte anbietet, die mit niedrigeren Übertragungsraten nicht möglich sind. Solche Produkte seien der Bundesnetzagentur von der Telekom aber bislang nicht vorgestellt worden, erläuterte eine Behördensprecherin. Sollte der Konzern entsprechende Produkte vorlegen, werde die Bundesnetzagentur die Notwendigkeit einer Regulierung erneut prüfen.

Der von den Telekom-Konkurrenten seit Langem geforderte Bitstrom-Zugang würde ihnen ermöglichen, ihren Kunden unabhängig vom Angebot des Marktführers eigene Internetprodukte anzubieten, ohne die Telefonleitung mitzumieten. Interessant ist der Bitstrom-Zugang vor allem für Unternehmen, die über weniger gut ausgebaute eigene Netze verfügen.

Bundesnetzagentur erwartet fallende Preise

Die Telekom muss nun innerhalb von drei Monaten ihre Konditionen vorlegen, zu denen sie ihren Wettbewerbern den Bitstrom-Zugang ermöglicht. Die Gebühren, die die Konkurrenten für die Datenleitung zahlen sollen, müssen von der Bundesnetzagentur genehmigt werden.

Die Telekom hat ihr VDSL-Netz in zehn deutschen Ballungsgebieten mit Glasfaser aufgerüstet und knüpft den weiteren, bis zu drei Milliarden Euro teuren Ausbau unter anderem an eine zumindest vorübergehende Ausnahme von der Regulierung.

Der Präsident der Bundesnetzagentur, Matthias Kurth, erklärte, die Verbraucher würden "künftig eine noch größere Auswahl an qualitativ hochwertigen und preisgünstigen Breitbandangeboten haben". Die Verbreitung und Nutzung schneller Internetanbindungen in Deutschland werde damit weiter gefördert. Der EU-Kommission sei die Entscheidung im Vorfeld vorgelegt worden. Sie habe die nunmehr von der Bundesnetzagentur beschlossenen Maßnahmen begrüßt.

manager-magazin.de mit Material von ap und reuters

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