Mittwoch, 16. Januar 2019

Siemens-SBS Kleinfeld macht Druck

Nach der Ausgliederung von großen Teilen des Problembereichs Com verschärft Siemens-Chef Klaus Kleinfeld nun die Sanierungsbemühungen für den Verlustbringer SBS. Kündigungen und Lohnkürzungen sollen bei dem IT-Dienstleister rund neun Monate vorgezogen werden, um die geplante Zielrendite bereits im zweiten Quartal 2007 zu erreichen.

München - Siemens Börsen-Chart zeigen hat weitere Schritte zur Sanierung seiner Verlust bringenden Dienstleistungssparte Siemens Business Services (SBS) angekündigt. Der Geschäftsbereich werde zum 1. Oktober reorganisiert, sagte ein Siemens-Sprecher. Die bisher weitgehend eigenständig agierenden Bereiche Solutions und Operation Related Services würden zusammengelegt und als Zentraleinheit geführt.

Sanierer: Siemens-Chef Kleinfeld will SBS wieder in die schwarzen Zahlen bringen
Ursprünglich bestand SBS aus drei Einheiten, deren betriebswirtschaftliche Kennziffern im Geschäftsbericht allerdings nicht eigens ausgewiesen wurden. Der Bereich Product Related Services wurde zum 1. April in das Gemeinschaftsunternehmen Fujitsu Siemens überführt.

Die Zeitung "Die Welt" hatte unter Berufung auf ein internes Papier berichtet, dass bei der Problemsparte bereits betriebsbedingte Kündigungen und Lohnkürzungen von 10 Prozent vorbereitet würden. Zur Verhandlung eines Ergänzungstarifvertrags sollen noch im Juli Gespräche mit den Arbeitnehmervertretern aufgenommen werden. Eine Entscheidung werde Ende September fallen. Die Sparte hat weltweit 34.000 Mitarbeiter, davon 12.000 in Deutschland.

Dem Bericht zufolge sollen bei SBS vorgesehene Kostensenkungen um neun Monate vorgezogen werden, um die Zielrendite von 5 Prozent bereits im zweiten Quartal 2007 zu erreichen. In Deutschland solle eine Kostenlücke von 357 Millionen Euro durch "weiteren Personalabbau, Entgeltanpassungen und Umsatzsteigerung geschlossen werden", habe der Leiter des Siemens-Deutschland-Geschäfts, Ulrich Assmann, in dem Papier angekündigt. Ein Siemens-Sprecher habe bestätigt, dass es "ein beschleunigtes Turnaround-Programm des Bereichsvorstands" gebe.

Siemens hatte bereits im Juni angekündigt, einen großen Teil des Geschäfts der ebenfalls problembehafteten Telekommunikationssparte Com in ein Gemeinschaftsunternehmen mit dem finnischen Mobilfunkspezialisten Nokia Börsen-Chart zeigen einzubringen.

Siemens-Chef Klaus Kleinfeld will SBS verstärkt auf die Unterstützung des eigenen Kerngeschäfts ausrichten. Im Herbst 2005 hatte er ein Sanierungsprogramm angekündigt, mit dem 1,5 Milliarden Euro gespart werden sollten und dem bis Ende 2007 weltweit 5400 Stellen zum Opfer fallen sollten.

Vergangene Woche hatte Kleinfeld erklärt, SBS liege bei der Sanierung vor dem Plan. Für die IT-Sparte könne das neue Sanierungskonzept womöglich die letzte Chance sein, um einen möglichen Verkauf durch Siemens zu entgehen.

manager-magazin.de mit Material von dpa, ddp und reuters

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