Montag, 21. Januar 2019

Supercomputer Die schnellsten Rechner der Welt

"JUBL", der neue Computer des Forschungszentrums Jülich, ist in die Oberliga der Superrechner aufgestiegen. Das digitale Superhirn schafft 37,3 Billionen Rechenschritte pro Sekunde und ist damit knapp 5000 Mal schneller als ein moderner PC. Nur ein Konkurrent in Europa stellt die Leistung von JUBL in den Schatten.

Dresden/Mannheim/Jülich - Der schnellste Computer der Welt ist zum vierten Mal in Folge die Rechenanlage "BlueGene/L" von IBM Börsen-Chart zeigen. Der US-Supercomputer erledigt 280,6 Billionen Rechenschritte (Teraflops) pro Sekunde.

Neuer Supercomputer in Deutschland: Der IBM-Rechner JUBL
Deutschland hat es auf der Weltrangliste der Supercomputer erstmals seit fünf Jahren wieder unter die ersten zehn geschafft: Das IBM-System "JUBL" (Jülich BlueGene/L) des Forschungszentrums Jülich belegt mit 37,3 Teraflops Rang acht auf der "Top 500"-Liste. "JUBL" ist nach Angaben des Zentrums der weltweit schnellste Computer im Dienst der freien Forschung.

Der Supercomputer wurde im März 2006 in Betrieb genommen. Der Rechner besteht aus vielen Prozessoren, die parallel arbeiten und relativ leicht zu kühlen sind. Frühere Supercomputer arbeiteten dagegen mit immer schnelleren Prozessoren, die aber so viel Hitze verursachten, dass sie praktisch nicht mehr zu kühlen waren.

Die neu aufgerüstete Rechenanlage des Forschungszentrums Jülich dient unter anderem der Medizin und der Umweltforschung und trägt auch zur Erforschung der Geschichte des Universums bei. Gemeinsam mit der Universität Groningen in den Niederlanden werten Wissenschaftler auch in Jülich Daten aus, die über das Teleskopsystem LOFAR gesammelt werden.

Dabei werden über eine Vielzahl in Frankreich, Schweden und Polen verteilter kleiner Antennen Radioimpulse aufgefangen, die bis eine Milliarde Jahre an den Urknall vor 13,7 Milliarden Jahren heranreichen. Die Forscher erhoffen sich mit diesem System auch, bis zu 100 Millionen neue Galaxien zu entdecken. Die Universität Groningen gelangte mit ihrer eigenen Rechenanlage "ASTRON" auf den zwölften Platz der "Top 500".

Die zehn schnellsten Supercomputer der Welt
Rang Tflops Name (Hersteller) Standort
1 280,6 BlueGene/L (IBM) USA/Lawrence Livermore National Laboratory
2 91,3 BGW (IBM) USA/Thomas J. Watson Research Center von IBM
3 75,8 ASC Purple (IBM) USA/Lawrence Livermore National Laboratory
4 51,9 Columbia (SGI) USA/Ames Research Center der NASA
5 42,9 Tera-10 (Bull) Frankreich/Atomenergiebehörde CEA
6 38,3 Thunderbird (Dell) USA/Sandia National Laboratories
7 38,2 TSUBAME (Nec/Sun) Japan/Technologie-Institut Tokio
8 37,3 JUBL (IBM) Deutschland/Forschungszentrum
9 36,2 Red Storm (Cray) USA/Sandia National Laboratories
10 35,9 Earth Simulator (Nec) Japan/Earth Simulator Center
Quelle: dpa, www.top500.org:
In Europa ist nur ein Rechner schneller als JUBL: Der Supercomputer "Tera-10" des französischen Herstellers Bull wird von der französischen Atomenergiebehörde genutzt. Mit einer Rechenleistung von 42,9 Teraflops rangiert er weltweit auf dem fünften Platz.

2008 soll im Jülicher Forschungszentrum indes ein Superrechner der neuen Peta-Generation in Betrieb gehen. Ein Peta-Computer würde nicht nur Billionen, sondern Billiarden Rechenoperationen in der Sekunde gleichzeitig ausführen.

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