Dienstag, 22. Januar 2019

Offerte Warner will EMI

Zuerst bot EMI für Warner Music 4,2 Milliarden Euro - ohne Erfolg. Nun dreht der US-Konzern den Spieß um. Warner-Music-Chef Edgar Bronfman offeriert den Briten 3,6 Milliarden Euro und erntet Empörung.

London – Das Gerangel um eine Fusion der beiden Musikkonzerne EMI Börsen-Chart zeigen und Warner Music Börsen-Chart zeigen geht weiter. Hatten die Briten doch vor einigen Wochen eine 4,2-Millionen-Euro-Offerte für den US-Konzern abgegeben, was dieser dankend anlehnte, ist nun die Reihe an Warner Music. Der Konzern bietet seinerseits 320 Pence pro EMI-Aktie. Insgesamt ist das Gebot damit rund 2,5 Milliarden Pfund (rund 3,6 Milliarden Euro) wert. Die EMI-Aktien hatten am Dienstag bei 283,75 Pence geschlossen. Am Mittwoch verzeichneten sie einen kräftigen Kurssprung.

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Lange ließ EMI nicht auf eine Reaktion warten. Das britische Unternehmen lehnte das Gebot am Mittwoch ab. Das Angebot in Höhe von 320 Pence je Aktie sei vollkommen inakzeptabel. "Für die Führung von EMI ist der Vorschlag mit Blick auf die Perspektiven des Unternehmens und auf die möglichen Synergien beider Unternehmen völlig unannehmbar, daher wird er zurückgewiesen", hieß es in einer Mitteilung. Die Briten gehen vielmehr davon aus, dass ihr eigenes Übernahmeangebot für Warner Music in Höhe von 31 Dollar je Aktie weiterhin attraktiver für die Aktionäre beider Unternehmen ist.

"Beide Unternehmen müssen sich etwas einfallen lassen, um auf einer Stufe mit Sony und Universal zu bleiben", sagte Conor O'Shea von Teather & Greenwood. Eine Transaktion, in welche Richtung auch immer, werde es geben. "Strategisch passen beide sehr gut zusammen", erklärte der Experte weiter.

Es ist nicht das erste Mal, dass EMI für Warner Music geboten hat. Als die Briten im Jahr 2003 für Warner Music boten, gingen sie leer aus. Der Mutterkonzern Time Warner verkaufte seine Musiksparte stattdessen an den Seagram-Erben Edgar Bronfman und seinen Investoren rund um Haim Saban. In den folgenden Jahren wurde immer wieder über eine Fusion der beiden Konzerne spekuliert. Die EU-Kommission signalisierte den beiden Unternehmen jedoch, dass sie bei einem Zusammenschluss eine zu große Marktmacht befürchtete.

EMI soll auch an der zum Verkauf stehenden Musiksparte BMG des Gütersloher Bertelsmann-Konzerns interessiert sein. Der Verkauf soll Bertelsmann geschätzte 1,5 Milliarden Euro einbringen.

manager-magazin.de mit Material von dpa-afx, reuters

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