Sonntag, 16. Dezember 2018

Berliner Verlag Weg frei für Montgomery

Das Bundeskartellamt gibt grünes Licht für die Übernahme des Berliner Verlags durch die Finanzgruppe um den britischen Investor David Montgomery. Die Behörde hat keine Bedenken.

Bonn/Berlin - Das Bundeskartellamt hat die Übernahme der "Berliner Zeitung" durch eine anglo-amerikanische Investorengruppe genehmigt. Der geplante Zusammenschluss führe zu keiner marktbeherrschenden Stellung, begründete Kartellamtspräsident Ulf Böge die Entscheidung.

Berliner Verlag: Übernahme perfekt
Weder VSS noch Mecom seien direkt oder indirekt über Unternehmensbeteiligungen auf den relevanten Märkten tätig, unterstrich Böge. Auch bestünden keine Rückkaufrechte zugunsten von Holtzbrinck. Diese Befürchtung war bei Kritikern nach dem Verkauf aufgekommen.

Der Berliner Verlag war vor etwa einem Monat von der Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck an eine internationale Finanzgruppe um Montgomery verkauft worden. Zu dem Konsortium gehört neben Montgomerys Firma Mecom die Finanzgruppe Veronis Suhler Stevenson (VSS). Der Vertrag war Ende Oktober unterzeichnet worden. Über den Preis wurde Stillschweigen vereinbart. Laut Presseberichten lag er bei mindestens 150 bis 160 Millionen Euro.

Mit dem anglo-amerikanischen Konsortium übernehmen erstmals ausländische Finanzinvestoren eine deutsche Zeitung zu 100 Prozent. Der Verkauf an Montgomery hatte im Vorfeld für heftigen Widerstand bei der Belegschaft sowie von Journalistenverbänden und Politik gesorgt.

Holtzbrinck hatte den Berliner Verlag, zu dem die "Berliner Zeitung", der "Berliner Kurier" und das Stadtmagazin "Tip" gehören, vor drei Jahren von Gruner+Jahr erworben. Das Kartellamt untersagte den Kauf, weil Holtzbrinck bereits den "Tagesspiegel" besaß und so eine marktbeherrschende Stellung im Berliner Abonnentenmarkt erlangt hätte.

© manager magazin 2005
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der manager magazin Verlagsgesellschaft mbH