Mittwoch, 21. November 2018

Windows-Jubiläum Das Fenster zum DOS

2. Teil: Die Maus kostete mehr als das System

Die Maus kostete mehr als das System

Bereits für das Jahr 1983 war Windows angekündigt, gleichsam als Bedienungsaufsatz mit kleiner Dateigröße, unter dem das bekannte MS-DOS-System arbeiten sollte. Dann entschied sich Microsoft aber anders. Aus dem bloßen Fenster-Manager wurde eine Betriebssystemsoftware, unter deren Kontrolle alle anderen Programme laufen. Durch diese Fusion von Oberfläche und System wurde sichergestellt, dass alle Nutzer vom System abhängig waren, die sich für die Oberfläche entschieden. Der Grundstein für den Erfolg von Microsoft. Doch die Entwicklung verzögerte sich, die Dateigröße wuchs auf damals üppige 512 Kilobyte.

Windows 1.0: Damals noch mit gedrucktem Handbuch
Windows 1.0 gab es 1985 zum damals recht günstigen Preis von 399 Mark. Dafür erhielt man fünf 5,25-Zoll-Disketten. Allerdings war für die Verwendung eine Maus notwendig, die einschließlich Controller 799 DM kostete. Außerdem war eine Festplatte angeraten, die nicht zur Standardaustattung von PCs gehörte und mit rund 2000 Mark veranschlagt werden musste. Die Rezensionen fielen eher schlecht aus.

Gemessen an heutigen Standards war noch nicht sehr viel Grafik zu sehen. Die namensgebenden Fenster enthielten Menüs, Schaltflächen und Schieberegler, die zur Bedienung mit der damals noch neuen Kulturtechnik der Computermaus aufforderten. Größere Sprünge ließ die Hardware kaum zu - bei einem Arbeitsspeicher von maximal 640 Kilobyte.

Zeitvertreib mit Reversi

Immerhin enthielt Version 1.0 eine Reihe von Programmen, die zum Teil bis heute dazu gehören. Neben dem Texteditor Notepad gab es die Textverarbeitung Write, das Malprogramm Paint und ein Terminalprogramm für eine Online-Verbindung zu einem anderen Computer. Einziges Spiel war Reversi, das beliebte Kartenspiel Solitär gab es erst ab Windows 3.1. Das Karteikartenprogramm Cardfile machte die Schreibtisch-Parallele besonders anschaulich.

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