Dienstag, 17. Juli 2018

Hartz-IV-Software Chaos Computer Club

Die Bundesagentur für Arbeit hat weiter mit massiven Computerproblemen zu kämpfen. Gegenwärtig versuchen 160 Entwickler, die pannenanfällige Software der Telekomtochter T-Sytems unter ihre Kontrolle zu bringen. Trotzdem ist frühestens in zwei Jahren mit einem Ende der chaotischen Zustände zu rechnen.

Hamburg - Derzeit seien 160 Entwickler zum Teil nächtelang im Einsatz, um pünktliche Auszahlungen von Leistungen sicherzustellen und das pannenanfällige Arbeitslosengeld-Programm in den Griff zu bekommen, berichtet die "Bild"-Zeitung unter Berufung auf Spezialisten der Behörde.

BA-Logo: Software soll frühestens in zwei Jahren funktionieren
Im Juli habe ein umfangreicher Systemabsturz dazu geführt, dass 400.000 Empfänger ihre Zuschüsse und Nachzahlungen erst acht Tage zu spät bekamen. Die Bundesagentur für Arbeit (BA) war für eine Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen.

Ein schnelles Ende des Durcheinanders ist dem Bericht zufolge nicht absehbar. Nach interner Einschätzung von Experten der Bundesagentur werde davon ausgegangen, dass die Software der Telekom-Tochter T-Systems frühestens in zwei Jahren so laufen wird, wie ursprünglich zugesagt.

Fehler im Computersystem der Bundesagentur haben bereits in der Vergangenheit immer wieder Schlagzeilen für Schlagzeilen gesorgt. So hat die BA in mehreren hunderttausend Fällen Meldungen zur Krankenversicherungen von Arbeitslosengeld-II-Empfängern ohne Grund storniert.

Die falschen Storno-Meldungen betrafen An- und Abmeldungen sowie Veränderungsmitteilungen. Bei den Krankenkassen entstand deswegen erheblicher Verwaltungsaufwand.

Die Hartz-IV-Software hat durch wiederholte Pannenserien traurige Berühmtheit erlangt. T-Systems hat das Modul A2LL beim Softwarehersteller Prozos in Herten eingekauft. Mit A2LL wird das Arbeitslosengeld II berechnet. Erst Ende Mai dieses Jahres wurde die Prozos-Sparte komplett von T-Sysems übernommen.

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