Montag, 10. Dezember 2018

Telekom Telegate siegt auf ganzer Linie

Im Streit mit der Auskunft Telegate hat die Telekom eine empfindliche Schlappe einstecken müssen. Einem Beschluss der Bundesnetzagentur zufolge darf der Ex-Monopolist für die Bereitstellung von Teilnehmerdaten in Zukunft nur noch eine Million Euro in Rechnung stellen. Vorher waren knapp 50 Millionen Euro fällig.

Hamburg - Die Deutsche Telekom Börsen-Chart zeigen erhält von ihren Wettbewerbern künftig deutlich weniger Geld für die Bereitstellung von Teilnehmerdaten.

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Für die Überlassung der Datensätze müssten die Konkurrenten jährlich insgesamt nur noch knapp eine Million Euro an die Telekom zahlen, teilte die Bundesnetzagentur am Mittwoch in Bonn mit. Zuvor lag die Summe bei 49 Millionen Euro.

Mit ihrem Beschluss folgt die Bonner Behörde einer Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs (EuGH), wonach die Telekom nur noch die Kosten für die Zurverfügungstellung der Teilnehmerdaten in Rechnung stellen darf. Zuvor mussten sich die Wettbewerber auch am Aufbau und Unterhalt der Datenbanken finanziell beteiligen.

Die zweitgrößte deutsche Telefonauskunft Telegate Börsen-Chart zeigen hatte schon seit Jahren auf eine Absenkung der Gebühren gepocht. Je Abfrage von Kundendaten hatte Telegate mehrere Cent zahlen müssen. Dagegen hatte Telegate geklagt. Die Zahlungen an die Telekom wurden schon vor Wochen eingestellt, für den Zeitraum zwischen 1996 und 2004 verlangt das Unternehmen eine Rückzahlung von mehr als 70 Millionen Euro vom Ex-Monopolisten.

Erst Ende Juni diesen Jahres hatte Telegate einen Etappensieg in dem Rechtsstreit errungen. Nach einem Urteil des Oberlandesgerichts Düsseldorf muss die Telekom einen Betrag von 4,25 Millionen Euro zuzüglich Zinsen, Gerichts- und Anwaltsgebühren erstatten. Diese Forderung bezog sich nach Angaben von Telegate auf überhöht in Rechnung gestellte Kosten für Teilnehmerdaten aus dem Zeitraum Januar bis September 1999.

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