Mittwoch, 20. März 2019

Kurswechsel Insourcing statt Outsourcing

2. Teil: Nur Teile der IT wurden ausgelagert

Nur Teile der IT wurden ausgelagert

Eine wichtige Komponente waren die Pönalen, die bei Nichterfüllung der Anforderungen fällig werden. Diese haben sich an der Kritikalität der jeweiligen Leistungen für das Kerngeschäft orientiert, denn nur so wird die Fokussierung des Dienstleisters auf die wirklich wichtigen Komponenten sichergestellt.

Der Anwender

Die DVB Bank in Frankfurt ist eine Tochtergesellschaft der DZ Bank, dem Spitzeninstitut von etwa 1400 Volksbanken Raiffeisenbanken mit rund 30 Millionen Kunden. Die DVB Bank konzentriert sich auf die Beratung, Strukturierung und Finanzierung hochwertiger, internationaler Verkehrsinvestitionen. Shipping, Aviation, Land Transport und Transport Infrastruktur sind die wesentlichen Betätigungsfelder. Mit der Konzentration auf dieses Kerngeschäft ist die Bank international auf einem sehr erfolgreichen Wachstumskurs. Für 350 Mitarbeiter an 12 Standorten weltweit muss die IT der DVB Bank qualitativ hochwertige Dienste und Infrastruktur bereitstellen.
Im dritten Schritt wurden die Leistungen ausgeschrieben, wobei neben den Leistungskatalogen auch die Vertragsstrukturen vorgegeben wurden. Diese strikte Vorgabe brachte die Vorteile, dass die Angebote die geforderten Leistungen zu den Service Levels enthielten, diese untereinander direkt vergleichbar waren und die Interessen der DVB Bank nicht mehr in die Vertragswerke der Anbieter hineinverhandelt werden mussten. So konnte schnell die Spreu vom Weizen getrennt werden.

Für einen Teilbereich der IT-Leistungen war klar, dass diese nicht von DVB-Mitarbeitern erbracht werden konnten. Das waren der User Helpdesk, und der On-Site-Support an den weltweit verteilten Standorten. Hier hat sich ein globaler Provider gefunden, der diese Dienste zu günstigen Konditionen übernommen hat.

Überraschend war das Ergebnis der Ausschreibung für die Rechenzentrumsdienste. Kein Anbieter konnte die Ziele der DVB ohne größere Einschränkungen mittragen. Hohe Flexibilität, hohe Internationalität und der strategische Fit für das Outsourcing bei günstigen Preisen waren anscheinend zu viel verlangt.

Da noch Mitarbeiter mit Know-how im Hause waren und auch noch grundlegende Infrastruktur aus der Zeit vor dem Outsourcing vorhanden war, wurde im Juli der Entschluss zur Rückholung des Rechenzentrums in den Eigenbetrieb gefällt ("Insourcing").

Dies war die Chance für eine umfassende Neuorientierung der IT. Was ursprünglich eine mit dem Outsourcing verbundene Erwartung war - die Konsolidierung der IT zur Komplexitätsreduzierung und Kostensenkung durchzuführen - wurde jetzt beim Insourcing umgesetzt. Für die Konsolidierung des Rechenzentrums wurde die Betriebssystemlandschaft vereinheitlicht, die Zahl der Server halbiert und die Hardware-Modellvielfalt deutlich verringert.

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