Dienstag, 11. Dezember 2018

Iesy übernimmt Ish Angriff auf Kabel Deutschland

Nachdem die Übernahme von drei regionalen Netzbetreibern durch Kabel Deutschland (KDG) im vergangenen Jahr gescheitert ist, wollen nun zwei der damals betroffenen Unternehmen, Iesy und Ish, fusionieren. Damit entsteht Deutschlands zweitgrößter Kabelnetzbetreiber - und neue Konkurrenz für Marktführer KDG.

Düsseldorf - Die Betreiber der Fernsehkabelnetze in Nordrhein-Westfalen und Hessen wollen sich zusammenschließen. Die Entscheidung über die Pläne von Ish und Iesy liegt nun beim Bundeskartellamt, das im vergangenen Jahr einer Fusion der vier größten deutschen Kabelnetzbetreiber einen Riegel vorgeschoben hatte.

 Nordrhein-westfälischer Kabelnetzbetreiber Ish: Statt KDG schluckt nun Iesy das Unternehmen
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Nordrhein-westfälischer Kabelnetzbetreiber Ish: Statt KDG schluckt nun Iesy das Unternehmen
Die Ish-Muttergesellschaft Kabelnetz NRW und Iesy hätten einen Vertrag zu der geplanten Zusammenführung unterzeichnet, teilte Ish am Freitag mit. Demnach übernimmt die vom Finanzinvestor Apollo kontrollierte Iesy die Unternehmen der Ish-Gruppe.

Der nicht genannte Kaufpreis soll bar bezahlt werden. Experten schätzen den Wert von Ish auf 1,6 bis 1,7 Milliarden Euro. Iesy will die Übernahme zum Teil über neue Verbindlichkeiten finanzieren.

Eine Entscheidung des Kartellamts über den Zusammenschluss wird für Juni erwartet. So lange wollen beide Unternehmen unabhängig bleiben.

Angesichts des drohenden Vetos des Bundeskartellamts hatte der größte deutsche Kabelnetzbetreiber Kabel Deutschland (KDG) im September 2004 seine Pläne für eine Großfusion mit den drei kleineren Kabelnetzbetreibern Ish, Iesy sowie Kabel Baden-Württemberg aufgegeben. Die Kartellwächter hatten damals eine marktbeherrschende Stellung eines künftigen Kabelriesen befürchtet.

Kartellamt muss noch zustimmen

"Der Erfolg der Transaktion hängt ab von der Zustimmung des Bundeskartellamts", betonten die Unternehmen. Sie gingen von einer intensiven, viermonatigen Prüfung des Vorhabens aus. Eine Sprecherin des Kartellamts sagte, die Wettbewerbshüter hätten im Februar ein Hauptprüfverfahren eröffnet.

Die Pläne waren ursprünglich bei der EU-Kommission in Brüssel zur Genehmigung angemeldet worden. Diese hatte sie aber zur Prüfung an die nationale Kartellbehörde in Bonn abgegeben.

Das Bundeskartellamt habe dargelegt, "dass zumindest die Gefahr einer Wettbewerbsbeeinträchtigung besteht", hieß es in dem Verweisungsentscheid der Brüsseler Kommission. Die Vermutung sei aber noch nicht belegt. Das Kartellamt werde nun prüfen, ob der Zusammenschluss der zwei kleineren Anbieter neben Branchenprimus KDG geeignet sei, "auch positive Auswirkungen auf den Wettbewerb zu erzeugen".

"Der Zusammenschluss soll uns in die Lage versetzen, den Wettbewerb im Kabelnetz zu intensivieren", betonte ein Sprecher von Ish. Der Netzbetreiber versorgt in Nordrhein-Westfalen über vier Millionen Haushalte über das Kabel mit Radio und Fernsehen. Iesy versorgt in Hessen rund 1,2 Millionen Haushalte.

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