Dienstag, 11. Dezember 2018

Open Source Wer haftet, wenn es schief geht?

Linux ist im Kommen. Immer mehr Unternehmen interessieren sich für die Microsoft-Alternative und suchen nach Lösungen für Server und Desktops. Doch was tun, wenn die freie Software nicht funktioniert? Entscheidend sind Regelungen über die Haftung und Gewährleistung.

Nachdem sich bereits größere Unternehmen und öffentliche Einrichtungen wie die Stadt München dazu entschlossen haben, Open-Source-Software zur Verwaltung und Bearbeitung ihrer Daten einzusetzen, interessieren sich auch zunehmend mittelständische und kleinere Unternehmen für diese Alternative. Dabei sind für die Entscheidungsträger drei Fragen von wesentlicher Bedeutung:

 Linux: Wie stehen Softwarehersteller zur Haftung und Gewährleistung?
[M] Reuters; DDP
Linux: Wie stehen Softwarehersteller zur Haftung und Gewährleistung?
  • In welchem Umfang darf Open Source genutzt werden?
  • Wie viel kostet Open-Source-Software im Vergleich zu Standardlizenzprodukten zum Beispiel von Microsoft?
  • Wie steht es mit der Haftung und Gewährleistung der Software, falls etwas nicht so funktioniert, wie es ursprünglich gedacht war?
Gerade die letzte Frage ist von erheblicher Bedeutung. Zur Beantwortung sind zunächst einmal die Begriffe "Gewährleistung" und "Haftung" voneinander abzugrenzen. Die Gewährleistung ist das Recht des Kunden, eine Ware oder Werkleistung mangelfrei zu erhalten. Die Gewährleistungsrechte, wie zum Beispiel Nachbesserung der gekauften Sache, sind dabei innerhalb eines bestimmten Zeitraums geltend zu machen, danach bestehen diese Rechte nicht mehr.

Die Haftung hingegen greift über den Begriff der Gewährleistung weit hinaus, insbesondere müssen haftungsrechtliche Ansprüche nicht unbedingt von Verträgen abhängen. Hier kommt es in erster Linie darauf an, ob derjenige, der ein Rechtsgut eines anderen verletzt hat, vorsätzlich oder fahrlässig gehandelt hat, also ob ihn ein Verschulden trifft.

Nutzungsbedingungen, unter denen Open-Source-Software vertrieben wird, versuchen, diese Haftung und Gewährleistung für die Software oft auszuschließen. Dies beunruhigt vor allem Unternehmer, die auf ein ordnungsgemäßes Funktionieren ihrer Programme essenziell angewiesen sind.

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