Freitag, 14. Dezember 2018

CSC Ploenzke Vorstand Kamann muss gehen

Der IT-Berater strukturiert sein Outsourcing-Geschäft neu. Künftig will das Unternehmen die Dienstleistungen verstärkt auf europaweiter Ebene anbieten und vor allem große Konzerne ansprechen. Für den Vorstand Uwe Kamann bedeutet der Strategiewechsel das Aus.

Wiesbaden - Es ist erst wenige Wochen her, dass die Beratungsgesellschaft CSC Ploenzke AG bekannt gab, die Verträge ihrer drei Vorstandsmitglieder Uwe Kamann (44), Rainer Link (44) und Hans Joachim Weise (49) um drei Jahre verlängern zu wollen.

Rauswurf: Vorstand Kamann muss sein Büro räumen
Für Uwe Kamann erwies sich jedoch der vermeintlich sichere Arbeitsplatz als Trugschluss. Der für das Outsourcing-Geschäft zuständige Manager muss seinen Posten zum 6. Oktober abgeben. Kamann soll das Unternehmen bereits verlassen haben. Das erfuhr manager-magazin.de aus informierten Kreisen.

Die Angestellten des Unternehmens wurden am vergangenen Donnerstag bereits informiert. "Die Trennung war nicht freundschaftlich", kommentiert ein Insider. Offiziell heißt es, man habe sich freundsachaftlich getrennt.

Hinter dem Rauswurf von Kamann steckt, dass CSC im Outsourcing-Geschäft in Deutschland bislang nicht wirklich Fuß fassen konnte. Die Dienstleistungen sollen nun auf europaweiter Ebene angeboten werden. Damit hofft das Unternehmen große Konzerne besser ansprechen zu können.

Zu den bisherigen Kunden gehören unter anderem Motorola Börsen-Chart zeigen und Marconi. Zwar bot CSC seine Dienstleistungen ab einer bestimmten Größe ohnehin europaweit an, künftig soll der Vertrieb aber unabhängig von der Größe der Unternehmung europäisch aufgestellt werden. Kamann habe sich jedoch gegen diesen Plan gewehrt, hieß es.

Demnächst nur noch auf europäisch: CSCs Outsourcing-Projekte
Wie andere IT-Dienstleister auch ist CSC davon überzeugt, dass der Boom im Outsourcing-Geschäft von den USA auf Deutschland überschwappen wird. Bisher glich Deutschland eher einer Wagenburg, kommentierte unlängst ein Experte. Nur zögerlich schwenkten die deutschen Konzernchefs auf die Strategie ein, IT-Dienstleistungen an Dritte abzugeben.

Doch angesichts schrumpfender Umsätze suchen immer mehr Unternehmen nach Wegen, Kosten zu sparen. Die Outsourcing-Welle rolle an, sind sich Experten nun einig. So sei mit einer Konsolidierungswelle bei den IT-Töchtern von Konzernen zu rechnen.

Um nun bei Konzernen bessere Karten zu haben, hofft CSC, das europaweit 20.000 Mitarbeiter zählt, mit einem breiter aufgestellten Angebot besser punkten zu können. Wohin Kamann gehen wird, ist bislang nicht bekannt.

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