Dienstag, 20. November 2018

Scholz & Friends Cordiant verkauft Anteile

Die angeschlagene Werbeholding Cordiant hat sich auf einen Verkauf ihrer Anteile an Scholz & Friends geeinigt. Finanziert wird das Management-Buyout durch den Frankfurter Investor Electra Partners Europe.

London/Düsseldorf - Der lange geplante Management-Buyout der Werbeagentur Scholz & Friends Börsen-Chart zeigen ist unter Dach und Fach. Das Management unter Führung von Thomas Heilmann und Sebastian Turner hat zusammen mit dem Finanzinvestor Electra Partners Europe die bisher vom britischen Konzern Cordiant Börsen-Chart zeigen gehaltenen Mehrheitsanteile von rund 77 Prozent zurückgekauft.

Hat einen Investor gefunden" - Sebastian Turner
Neben dem Vorstand übernehmen 20 weitere Manager von Scholz & Friends aus dem zurückgekauften Paket 20 Prozent. Cordiant musste sich auf Grund großer Finanzprobleme von den Anteilen an Scholz & Friends trennen. Die Agentur wiederum hatte für ihre Expansionspläne auf einen Gesellschafterwechsel gedrängt.

Der Kaufpreis beträgt 1,35 Euro je Aktie zuzüglich eines erfolgsabhängigen Aufschlages von 9 Cent je Aktie. Zuletzt notierten Scholz & Friends im Xetra-Handel bei einem Schlusskurs von 2,05 Euro. Dem Kauf müsse neben den Wettbewerbsbehörden noch die Cordiant- Gesellschafterversammlung zustimmen, hieß es weiter. Dies werde in den nächsten Wochen erwartet. Zugleich wurde auch ein Angebot an die freien Aktionäre angekündigt, dessen Konditionen noch bekannt gegeben werden sollen. Bisher betrug der Streubesitz rund 14 Prozent. Das Management war bereits mit zehn Prozent beteiligt. Ein Abschied von der Börse wird bei Scholz & Friens nicht ausgeschlossen.

Wird Cordiant an WPP verkauft?

Die mit rund 250 Millionen Pfund verschuldete Cordiant könnte ihrerseits bald verkauft werden. Wie aus Branchenkreisen verlautet, könnte die konkurrierende Agentur WPP das Rennen machen. WPP bietet allerdings nur einen relativ niedrigen Preis von 100 Millionen Pfund.

Die Private-Equity-Firma Electra Partners spricht Scholz & Friends indes gute Chancen für ihren angekündigten Expansionskurs au. "Wir meinen, dass die Talsohle im Werbemarkt durchschritten ist", sagte Electra-Geschäftsführer Michael Boltz. 2002 hatte Scholz & Friends trotz der Branchenflaute mit einem operativen Gewinn abgeschlossen. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen lag mit 5,7 Millionen Euro leicht unter dem Vorjahreswert (6,6 Mio Euro). Darin waren Kosten für die Restrukturierung enthalten. Nach Sonderabschreibungen "zur Entlastung zukünftiger Geschäftsjahre" in Höhe von 12,4 Millionen Euro wurde aber ein Reinverlust ausgewiesen.

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