Sonntag, 18. November 2018

Metro Claudia geht shoppen

Supermarkt der Zukunft. Selbst kassieren, Werbung auf dem Display des Einkaufwagens – in dem neuen Supermarkt von Metro steckt viel Technik. Claudia Schiffer durfte die technischen Neuigkeiten als erste ausprobieren.

Rheinberg – "Ich finde Schlangen an Supermarkt-Kassen furchtbar", verkündet Claudia Schiffer. "Es ist klasse, wenn man nicht warten muss." Damit das künftig nicht mehr der Fall ist, hat sich der Metro-Konzern etwas besonderes einfallen lassen. In seinem "Supermarkt der Zukunft" kassiert nicht mehr die Kassiererin, sondern der Kunde hält die Waren selbst unter den Scanner. Bezahlt wird anschließend nicht mit Bargeld sondern mit der Kredit- oder EC-Karte.

Metro: Testimonial Claudia Schiffer an der Supermarktkasse der Zukunft
Die Metro Group Börsen-Chart zeigen testet seit diesem Montag die neue Technik im "Extra Future Store" in Rheinberg, dem ersten Markt der "Metro Group Future Store Initiative". Stargast Schiffer durfte als erste die Häufung neuer Technologien ausprobieren – mit Erfolg.

"Der Kunde erlebt im Future Store den Markt der Zukunft real zum Anfassen", sagte Metro-Vorstandsmitglied Zygmunt Mierdorf anlässlich der Eröffnung des rundum erneuerten "Extra"-Marktes. Doch neben der Kasse birgt der Supermarkt noch weitere technische Feinheiten:

Einkaufswagen mit Farb-Display

Den "persönlichen Einkaufsberater", einen am Einkaufswagen befestigten Computer mit Farb-Display, und die personalisierte Kundenkarte, die sich die gekauften Artikel merkt und beim nächsten Einkauf automatisch eine Einkaufsliste erstellt. Darüber hinaus bieten Info-Terminals Wissenswertes und Rezepte zu den einzelnen Waren an, und eine "sehende Waage" erkennt Obst- und Gemüsesorten mittels Kamera.

"Die Kundenakzeptanz wird maßgeblich darüber entscheiden, ob, wie und in welchem Umfang neue Technologien im Handel eingeführt werden", betonte der Vorstandsvorsitzende Hans-Joachim Körber. So soll Rheinberg auch zunächst der einzige Markt seiner Art sein. Hier wird also getestet, was der Kunde annimmt und was nicht. Seine Hoffnung, dass die neuen Technologien bei den Kunden ankommen, begründet der Konzern auf den Erfahrungen von Handelsketten in den USA, wo die "Do-it-yourself-Kasse" bereits zum Einsatz kommt.

Intel und SAP geben den Ton an

Maßgeblich an der neuen Technik beteiligt sind die beiden Unternehmen Intel Börsen-Chart zeigen und SAP Börsen-Chart zeigen. Insgesamt haben sich aber 40 Unternehmen zur "Metro Group Future Store Initiative" für den Markt der Zukunft zusammengerauft. Die auf den Handel zukommenden Herausforderungen seien nur durch das Zusammenwirken vieler Partner zu bewältigen, sagte Körber. "Wir hoffen, dass noch weitere Unternehmen sich zur Mitwirkung in dieser Initiative entschließen werden."

Wie viel Geld Metro in die neuen Techniken gesteckt hat, lässt Mierdorf offen. "Viele der Technologien hier befinden sich noch in einem Anfangsstadium", betonte er. So seien die auf den Waren angebrachten neuartigen RFID (Radio Frequency Identification)-Etikette derzeit noch relativ teuer. "Wir denken, dass wir in ein bis zwei Jahren so weit sind, dass wir ein deutliches Bild haben, was die Technologie kosten wird." Die Kosten dürften aber nicht an die Kunden weitergegeben werden.

Neben den technischen Innovationen für die Kunden, sei es für das Unternehmen vorteilhaft, dass der Weg der Ware von der Produktion über die Transportkette bis zum Verkauf jederzeit unter Kontrolle sei. Bestellvorgänge, Lagerung und Transport könnten somit vereinfacht und beschleunigt werden. Durch die gesteigerte Effizienz sänken dann auch die Kosten. "Am Ende wird sich diese Technik rechnen", prognostizierte Körber.

Dass in einem technisch voll ausgestatteten Markt weniger Personal gebraucht werden könnte, räumte er ein: "Wir sind gezwungen, weiter zu rationalisieren." Doch ganz ohne Mitarbeiter wird kein Markt auskommen, denn die Kunden sollen auch weiterhin die Möglichkeit haben, bar zu zahlen.

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