Dienstag, 17. Juli 2018

Preiskrieg Alle gegen Aldi

Es ist mal wieder so weit: Aldi lockt mit Angeboten. Eine Digitalkamera mit 4,13 Megapixel steht an - und die Konkurrenz läuft Sturm. Schon krümeln präventiv die Preise.

Der berühmt-berüchtigte "Aldi-Day" (Archivbild November 1999)
DPA
Der berühmt-berüchtigte "Aldi-Day" (Archivbild November 1999)

"Vobis kontert", steht in der Betreffzeile der Pressemitteilung, was so ganz genau nicht stimmt: Ein "Konter", sagt der Duden, sei (im Sport) ein "schneller Gegenangriff".

Dieser wäre demnach überlichtschnell: Vobis' Konter kommt vor der Attacke. Die wiederum kommt von Aldi, und das ist ja gar nicht ungewöhnlich: Früher alle Jahre wieder, heute im Takt alle paar Monate versorgt der Discounter die Republik mit allen möglichen Waren, die man dort normalerweise nicht findet. Zweimal im Jahr ist das ein Rechner, dazu gibt's Laptops, Scanner, Drucker, Hochdruckreiniger, Schuh-Angebote - und nun auch eine digitale Kamera.

Die heißt - wie fast immer bei Aldi - "Medion", was so gut wie gar nichts bedeutet: Das Essener Unternehmen ist eine Art Massenvertrieb für Angebots-Elektronika und Aldis Lieblingspartner bei solchen Aktionen. Hinter dem Medion-Label steckt diesmal ein Gerät, das auf dem Markt unter anderem auch unter dem futurischen Namen "Jenoptik JD 4100 Z3" zu haben ist. Und das ist nicht nur ein alter Bekannter, sondern auch bei Vobis zu haben.

Und zwar zu einem stetig fallenden Preis: "Bis vor kurzem betrug der Preis Euro 499; letzte Woche reduzierte Vobis den Preis dieser 4,13 Megapixel Kamera auf Euro 389. Jetzt kostet sie nur Euro 375. Damit reagiert Vobis auf ein anderweitiges Angebot im Markt und lässt es sich nicht nehmen, für die Vobis-Kunden das günstigste Angebot zu schaffen."

Das stimmt sogar fast. Bei Aldi soll die von beiden Anbietern hoch gelobte Knipskiste für 379 Euro über die Wühlkiste gehen - immerhin vier Euro mehr. Nicht aufgepasst haben die Vobis-Werber aber auf die Kollegen von Real, denn die offerieren die Kamera, die eigentlich weder Medion noch Jenoptik heißt, sondern in China von Skanhex produziert wird, für nur noch 369 Euro - allerdings mit kleinerem Bildspeicher, was das Vobis-Angebot letztlich doch günstiger macht.

All das, meinen die Experten von Heise, seien zwar Angebote, aber keine guten. Dagegen sprächen die Testergebnisse der Kamera, die doch zu wünschen übrig ließen. "Bei diesem Low-Cost-Gerät", heißt es da, "sollte man also keine Wunder erwarten - und lieber ein wenig mehr in ein Drei-Megapixel-Markengerät investieren."

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