Mittwoch, 19. September 2018

Microsoft/T-Mobile Gemeinsame Bande

Telekom-Chef Ron Sommer holt sich Bill Gates ins Boot. Zusammen mit Microsoft soll eine neue Software-Plattform für Geschäftskunden entwickelt werden. T-Systems und Microsoft wollen zusammen Geräte entwickeln.

Ron Sommer bandelt mit Bill Gates an
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Ron Sommer bandelt mit Bill Gates an

London – Das Geheimnis ist gelüftet. Nach einem Artikel in der "Financial Times", die bereits von einer geplanten Partnerschaft der Deutscher Telekom Börsen-Chart zeigen und dem weltgrößten Softwarekonzern Microsoft Börsen-Chart zeigen berichtete, wartete die Branche mit Spannung auf die Pressekonferenz auf der Cebit.

Telekom-Chef Ron Sommer erklärte, um was für eine Partnerschaft es dabei geht. Die Deutsche Telekom will zusammen mit Microsoft Angebote für mobile Anwendungen entwickeln. Genauer: Es sollen Angebote entstehen, mit denen Mitarbeiter mobil auf die Firmen-internen Netze zugreifen können.

Das entsprechende Portal, das Microsoft und Telekom-Tochter T-Mobile dafür entwickeln, soll im Sommer dieses Jahres auf den Markt gehen, erklärte Sommer. Dann könnten Geschäftskunden über jedes Mobilgerät wie Laptop, Handy oder Taschencomputer auf die internen Netze ihrer Unternehmen zugreifen und dort beispielsweise E-Mails. Pilotprojekte liefen bereits, sagte Sommer.

Angebote für GPRS

Grundvoraussetzung für die Nutzung des künftigen Angebots sei allerdings, dass die Endgeräte den Mobilfunkstandard GPRS unterstützten. Sommer erhofft sich damit einen wichtigen Vorsprung für den Verkauf von GPRS-Angeboten.

Allerdings hat die entsprechende Hardware den Markt nur stellenweise erreicht. Zur Cebit stellen aber mehrere Handyhersteller ihre GPRS- Geräte vor. Dass in Sachen Hardware noch einiger Nachholbedarf besteht, hat die Telekom beispielsweise auch an ihrem GPRS-Angebot von T-Mobile gemerkt, das sie im vergangenen Jahr startete. Im Februar hatte sie bekannt gegeben, dass sie erst rund 100.000 GPRS-Kunden habe.

Scharf auf Geschäftskunden

So erhofft sich T-Mobile auch mit dem neuen Angebot, seinen Geschäftskundenstamm zu erweitern. Denn bislang hat T-Mobile vor allem Privatkunden gewonnen. Auch Microsoft hat es auch die Geschäftskunden abgesehen. Das Portal soll helfen, seine Marktposition Geschäftskunden-Software ausbauen.

"Das ist eine klassische Win-Win-Situation", sagte Sommer zu dem Deal. Telekom und Microsoft kooperieren bereits seit drei Jahren miteinander.

Analyst hofft auf was Positives

Die "Financial Times" hatte bereits berichtetet, dass die beiden Unternehmen Angebote für Geschäftskunden plane. Dabei sollten zwei Portale entstehen, das "mobile Zugangs-Portal" und das "mobile Service-Portal".

Nach der Veröffentlichung des Artikels bezeichnete ein Händler an der Frankfurter Börse die Information als "die Nachricht des Tages". Sollte das Ganze in Kürze mit Erläuterungen und Zahlen untermauert werden, wäre dies "endlich etwas Neues, Positives von Seiten der Deutschen Telekom", fügt er hinzu.

Kooperation mit T-Systems

Neben dem Aufbau eines mobilen Portals kündigten auch beide Unternehmen an, bei der Entwicklung von Mobilgeräten der nächsten Generation zusammenzuarbeiten. Die Zusammenarbeit erstrecke sich auch auf die Microsoft-Software Smartphone, mit der über moderne Handys auch E-Mails verschickt und Kalender verwaltet werden können.

Auch im Bereich .Net-Strategie, mit der Microsoft seine Software auf das Internet und den mobilen Markt trimmen will, plant der Softwarekonzern mit der Telekom zusammenzuarbeiten. Konzern-Chef Steve Ballmer kündigte die Zusammenarbeit mit der Telekom-Tochter T-Systems an. Unter dem Namen T.net wollen beide Unternehmen Geräte und Dienste entwickeln. Das Angebot soll auch für andere Mobilfunkanbieter offen sein. Erst kurz zuvor hatte der Softwarekonzern SAP angekündigt, .Net zu unterstützen. Das sei einwichtiger Meilenstein bei der Akzeptanz der .Net-Technologie, so Ballmer.

Post im Bund mit Microsoft

Als dritter prominenter Microsoft-Partner präsentierte sich die Deutsche Post. Die Unternehmenstochter Deutsche Post Signtrust GmbH wird ihr Programm "Signtrust Port" für ".NET" und das Microsoft-Programm Office XP aufbereiten. Mit dieser Lösung können sich beispielsweise Nutzer der Micrsoft-Technologie sicher am Netzwerk anmelden oder E-Mails verschlüsseln.

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