Dienstag, 26. März 2019

Biometrie Hände her und Augen geradeaus

2. Teil: Nach dem 11. September boomt Biometrie

Vermessen, gescant und rekonstruiert: Kartografie des Gesichts
Auf die Gesichtserkennung hat sich die Dresdner Cognitec AG spezialisiert, die auf der Cebit ein Entwicklungswerkzeug vorstellt, mit dem eine Vielzahl von Software-Lösungen und Geräten denkbar sind. So kann überprüft werden, ob jemand zur Nutzung eines Computers berechtigt ist, es sind aber auch Geräte möglich, die sich automatisch auf die persönlichen Bedürfnisse des Benutzers einstellen.

Die Gesichtserkennung findet seit den Anschlägen vom 11. September auch gesteigertes Interesse bei den Behörden - als mögliche Anwendung nennt Cognitec denn auch die Identifizierung gesuchter Personen auf Flughäfen, Bahnhöfen oder öffentlichen Plätzen.

Fälschungssichere Kreditkarten auf Grund einer Iriserkennung zeigt in Hannover der koreanische Anbieter Senex Technology. Vor einer Bezahlung mit Kreditkarte im Internet muss der Anwender bei diesem System in die Linse einer kleinen Infrarotkamera schauen und sich das Irismuster digitalisieren lassen. Diese Daten - lediglich 128 Bytes - werden dann über das Internet zu einer Datenbank übertragen, wo das Muster registriert ist. Wenn die Daten übereinstimmen, kann die Transaktion abgewickelt werden.

Der Durchbruch lässt trotzdem auf sich warten

Aber noch immer lässt der Durchbruch biometrischer Technologie auf sich warten. Schuld daran sind laut Experten vor allem hohe Fehlerquoten. "Allen Verfahren ist gemeinsam, dass keine hundertprozentige Erkennung möglich ist", fasst Henning Arendt, Leiter des vom Bundes-Wissenschaftsministerium geförderten Biometrie-Projekts "Biotrust", das Problem zusammen.

Ein Unternehmen, bei dem die Personenerkennung bereits zum Alltag gehört, ist der Halbleiterhersteller Infineon. In Sekundenschnelle wird die Gesichtsform jedes Mitarbeiters erfasst und geprüft, ehe der Betreffende Zugang zum Hochsicherheitsbereich erhält. Mit dieser Kontrolle anhand von Körpermerkmalen gehört der Münchner Konzern zu den wenigen großen Unternehmen, die auf biometrische Verfahren setzen.

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