Mittwoch, 12. Dezember 2018

eToys Das Spiel ist aus

Das amerikanische Internet-Spielwarengeschäft will nächste Woche Konkurs anmelden.

Die Mitarbeiter von eToys werden am 6. April entlassen

Los Angeles - Der amerikanische Interneteinzelhändler für Spielzeug eToys Inc. ist pleite. Wie das Unternehmen am Montag nach Börsenschluss in Los Angeles mitteilte, will es in fünf bis zehn Tagen Konkurs anmelden. Die Gesellschaft warnte Investoren, dass ihre Aktien "wertlos" seien. Bis zum 6. April sollen sämtliche Mitarbeiter nach Hause geschickt werden.

Keine überraschende Ankündigung, hatte das Unternehmen doch schon Anfang Januar mitgeteilt, dass es nur noch bis Ende März über ausreichend Kapital verfüge, um sein Geschäft aufrechtzuerhalten und Mitarbeiter zu bezahlen. Im Februar kündigte eToys schließlich die Entlassung der verbliebenen 293 Mitarbeiter an. Auf das Wunder, einen strategischen Partner zu finden und damit die Pleite abwenden zukönnen, wartete der Web-Händler vergebens.

eToys ist neben Amazon.com einer der wichtigsten amerikanischen Interneteinzelhändler. Die Aktien des Unternehmens hatten zeitweise mit 80 Dollar notiert. eToys hatte es allerdings nie geschafft, Gewinne zu machen. Das wichtige Weihnachtsgeschäft 2000, das die Rettung bringen sollte, fiel schwach aus.

Die eToys.com-Web-Site soll etwa am achten März geschlossen werden. Anschließend werde die Gesellschaft ihre Geschäfte endgültig abwickeln und die Vermögenswerte liquidieren.

eToys hatte zum 31. Januar Gesamtschulden von 274 Millionen Dollar. Dies sei erheblich mehr als die eigenen Vermögenswerte oder Einnahmen, die im Zuge einer strategischen Transaktion erhältlich seien, betonte die Gesellschaft.

Das Unternehmen war außerdem von der Nasdaq informiert worden, dass es nicht mehr die Vermögenswertvoraussetzungen der Börse erfülle. eToys rechnet mit einer baldigen Streichung der Nasdaq-Börsennotierung.

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