Montag, 23. Juli 2018

Kirch New Media Aus für das Entertainmentportal

Das Web-Unternehmen lässt die Pläne für das Internetportal Maxdome fallen.

Vorbei sind die Zeiten der Euphorie, in denen fast täglich neue Shops, Content-Anbieter und Spiele-Känale ins Netz gingen. Vorbei sind auch die Zeiten, in denen Verlage, Medienhäuser und Firmen Hunderte Millionen Mark in Internetauftritte steckten.

Nun zieht auch Leo Kirch die Sparbremse. Die Internet-Tochter des Konzerns, Kirch New Media, schließt sich mit Pro Sieben Digital Media zusammen. Das neue Unternehmen wird umstrukturiert. Die Kosten – Kirch wollte einen dreistelligen Millionen Mark-Betrag investieren -müssen eingedämmt werden. Auf der Tagesordnung steht nun - wie bei anderen Unternehmen auch - die Profitabilität. So wird das noch im vergangenen Jahr angekündigte Entertainmentportal Maxdome, das immerhin eines der Kernstücke von Kirch New Media werden sollte, nicht an den Start gehen. Offiziell heißt es: Der Start wird bis auf weiteres verschoben. "Der Markt für Breitbandzugänge hat sich nicht wie erwartet entwickelt", sagt Christian Faltin, Sprecher von Kirch New Media gegenüber manager-magazin.de. Auch die Entwicklung der Online-Werbeeinnahmen haben nicht den Prognosen entsprochen.

Für 50 Mitarbeiter bedeutet diese Entscheidung, dass sie ihre Brüos räumen müssen - bisher beschäftigte Kirch New Media 160 Mitarbeiter. Die bereits entwickelten Inhalte für Maxdome sollen in bestehende Internet-Auftritte integriert werden.

Zentrale Redaktion

Darüber hinaus sollen die Online-Auftritte der Fernsehkanäle zukünftig zentral bedient werden. Redaktionen sollen zusammengelegt werden, mit weiteren Entlassungen ist zu rechnen. Gerüchten zufolge stehen auch Kürzungen bei der Online-Unit von Premiere World an. So spekulieren Branchenkenner über einen kompletten Verkauf des verlustreichen Pay-TV-Kanals von Kirch an Medienmogul Rupert Murdoch.

"Wir wollen uns jetzt darum kümmern, die bestehenden Internetmarken weiterzuentwickeln", sagt Faltin. Auch für den Sportdienstleisters Sport 1 werde das Unternehmen die Verantwortung übernehmen. Daneben arbeite man an Anwendungen für den mobilen Markt. Darüber hinaus dient das Unternehmen zukünftig als zentraler technischer IP-Dienstleister für Kich Media, Kirch Pay TV und Pro Sieben Sat1 Media.

Die Pro Sieben Sat.1 Media AG soll bis zu 50 Prozent der Gesellschaftsanteile der gemeinsamen neuen Firma übernehmen. Die übrigen Anteile teilen sich die beiden bisherigen Gesellschafter der Kirch New Media AG, die KirchMedia GmbH und die KirchPayTV GmbH.

Im Zuge der Fusion muss auch die Führungsspitze neu formiert werden. So wird sich der Vorstand des Unternehmens aus den bisherigen Vorstandsmitgliedern der Kirch New Media, Rainer Hüther und Marcus Englert, sowie dem bisherigen Geschäftsführer von Pro Sieben Digital Media, Stefan Groß-Selbeck, zusammensetzen.

Sprecher des Vorstands wird Rainer Hüther, Chief Financial Officer Stefan Groß-Selbeck. Marcus Englert betreut den Bereich Markt und Produkt. Joachim Magin, bisher Geschäftsführer bei Pro Sieben Digital Media, wird Director Content Development des Gemeinschaftsunternehmens.

ak

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