Dienstag, 16. Oktober 2018

Computermesse Cebit beginnt VR-Brillen, Drohnen und Roboter der Zukunft

Digitale Zukunft: Die Cebit soll wieder verstärkt ein jüngeres Publikum ansprechen

Künstliche Intelligenz, humanoide Roboter und autonomes Fahren - die radikal umgebaute IT-Messe Cebit setzt auf die digitalen Mega-Trends. An diesem Montag öffnet sie ihre Tore.

"Digitalisierung wird uns wahrscheinlich die nächsten Jahrzehnte begleiten - weil sie nie stillsteht", meint Messechef Oliver Frese. Auf dem Weg dahin bräuchten die Menschen - und auch Unternehmenslenker und die Kreativen in Unternehmen - Orientierung.

Insgesamt rechnen die Veranstalter auf der Cebit (11. bis 15. Juni) mit 2500 bis 2800 Ausstellern aus 70 Ländern. Die Cebit geht 2018 mit neuen Themen, neuen Formaten und einem neuen Termin im Frühsommer an den Start. Die gesamte Messe wird auf dem Gelände in neue Hallen umziehen. Im Zentrum des neuen Konzepts steht eine Art Campus unter dem Expo-Dach. Die Messe soll wieder stärker für digital interessierte, vor allem junge Menschen geöffnet werden. Die bisherigen Konferenzen werden in einem neuen Talkshow-Format aufgehen - und sollen Querdenkern, Visionären, Bloggern und Experten eine Plattform bieten.

Bei den Veränderungen gehe es vor allem darum, die 25- bis 35-Jährigen als neue Zielgruppe zu erreichen - als "Mitarbeiter und Digital-Entscheider der Zukunft", erklärte Frese. Mit Blick auf den drohenden Fachkräftemangel etwa bei Programmierern seien daher auch Speeddating-Formate geplant - um Unternehmen und mögliche künftige Mitarbeiter zusammenzubringen. In den Blick genommen werde auch, welche Veränderungen etwa VR-Brillen, Drohnen oder Roboter in den nächsten drei bis fünf Jahren bewirken könnten.

Vodafone hat seinen Cebit-Auftritt vergrößert - und will auf 1500 Quadratmetern mit rund 80 Beispielen die Facetten der digitalen Innovationen aufzeigen. Besucher sollen Anwendungen des Internets der Dinge selbst erfahren können, etwa auf einer digitalen Baustelle. "Wir wünschen uns, dass das neue Konzept bei den Besuchern gut ankommt und erwarten erfolgreiche Messetage", sagte Vodafone-Manager Alexander Saul.

Auch Intel äußert sich erfreut über die neue Ausrichtung der Messe. "Wir stellen uns dem neuen Konzept und nutzen sowohl Innen- als auch Außenflächen", sagte Intel-Deutschland-Chef Christian Lamprechter. Vernetzung und künstliche Intelligenz will der Chip-Konzern erlebbar machen. Jeden Abend werde es eine fünfminütige Drohnen-Show auf dem Außengelände geben. Ein Schwarm von bis zu 300 Drohnen des von Intel übernommenen deutschen Entwicklers Ascending Technology werde eine Lichtshow in den Himmel zeichnen.

Lesen Sie auch:

(aus mm 3/18) Ma gegen Bezos, USA gegen China - Wer liegt vorn im Duell der Giganten?

Viele deutsche Firmen halten sich für digitale Nachzügler

Dagegen verzichtet Microsoft als einstiger großer Cebit-Aussteller in diesem Jahr auf eine Teilnahme. "Wir können nicht überall dabei sein", sagte Microsoft-Manager Martin Große. Man habe entschieden, sich auf die Hannover Messe zu konzentrieren sowie auf der IFA in Berlin präsent zu sein. Aber: "Die weltgrößte IT-Messe sollte weiterhin in Deutschland stattfinden." So ist beispielsweise neu an Bord, das US-Unternehmen Facebook, das seine Teilnahme erst vor einigen Tagen bekannt geben hatte

Im vergangenen Jahr waren über 3000 Aussteller zur Cebit gekommen. Allerdings seien die Veranstaltungen nicht vergleichbar, betonte Frese. Seit 1986 fand die Cebit jährlich im Frühjahr vier Wochen vor der größeren Hannover Messe statt, aus der sie einst hervorgegangen war. Für den zweiten Messe-Tag ist ein Eröffnungsrundgang mit Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) geplant.

© manager magazin 2018
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der manager magazin Verlagsgesellschaft mbH