Von Sören Jensen
Am liebsten würde Metro-Chef Hans-Joachim Körber sich mit dem Fall Divaco gar nicht mehr beschäftigen. Er hat es einfach satt.
In eine Firma namens Divaco hatte die Metro AG
Eine letzte Wertberichtigung, die Börse applaudierte ob der Bilanzbereinigung; damit sollte das Thema, ginge es nach Körber, beendet sein.
Doch immer wieder holt ihn die Vergangenheit ein. Der Vorstandschef sieht sich Klagen, Verdächtigungen und gar Strafanzeigen ausgesetzt. Seit Jahren geißelt der frühere Metro-Justiziar Hannjörg Hereth (70) den Divaco-Deal. Mit der gleichen Energie, mit der er vor Jahrzehnten im Namen der Metro gegen aufmüpfige Wettbewerber und hartnäckige Journalisten vorging, verfolgt er nun seinen ehemaligen Arbeitgeber.
Er wirft dem Metro-Vorstand vor, Milliardenwerte verschleudert zu haben. Dahinter steht der Verdacht, Kaske und andere würden sich auf Kosten der Metro-Aktionäre bereichern.
Seit Jahren stellt Hereth bohrende Fragen in den Hauptversammlungen. Die kargen Antworten des Vorstands bringen jedoch kaum Licht in die Angelegenheit, auch wenn Körber behauptet: "Die Metro Group ist eines der transparentesten Unternehmen im Dax
. Auch zum Thema Divaco haben wir immer alle Fragen beantwortet, und zwar umfassend."
Auch juristisch geht Hereth gegen die Metro AG vor. Im Herbst 2005 erzielte er vor dem Landgericht Düsseldorf einen Teilerfolg: Eine Kammer erklärte die Bestellung der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Fasselt & Partner in der Hauptversammlung 2003 für nichtig. Zwei Fasselt-Prüfer hätten bereits über das zulässige Maß hinaus Bestätigungsvermerke für Metro-Einzel- und Konzernabschlüsse erteilt. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig, Metro hat Berufung eingelegt.
© manager magazin 5/2006
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